Story written by Miki

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In einem kleinen Hotel im schwarzen Wald…

„Dana, das ist doch ganz einfach.“ Sigurd sah mich beschwörend an.

„Ach?“ Ich gestattete es einer meiner Augenbrauen, gen Haaransatz zu wandern. Hatte ich mir von ihm abgeguckt. Verpasste einem irgendwie automatisch etwas Gebildetes (oder so).

„Ja“, er nickte, um seinen Sermon von vorhin noch mal zu bestärken.

„Ich mag aber nicht mit Absicht verlieren.“

„Eine Niederlage ist aber schlecht für die männliche Psyche.“ Hatte Freud das gesagt? Und wenn schon.

„Ich kann doch nicht mit Absicht verlieren, nur damit Bjørn Einar weniger maulig ist. Das wäre doch Betrug“, warf ich mein Totschlägerargument ins Rennen.

„Wer von uns hat hier Erfahrung mit dem anderen Geschlecht? Du oder ich?“ Nun waren seine Augenbrauen dabei, ein Wettrennen Richtung Himmel zu veranstalten. Nicht, dass mich das beeindruckte. Und ehrlich gestanden sah das auch nicht gebildet aus. Sollte von seinem mimischen Gesichtsverrenken wohl doch eher Abstand nehmen.

„Du bist aber Single“, grinste ich. Ich wusste von der wilden Hilde, dass Sigurds letzte Trennung nicht so harmonisch verlaufen war.

„Nur temporär“, knurrte er.

„Wenn du meinst.“ Ich klopfte ihm auf die Schulter und hüpfte dann lieber schell von dannen, bevor er mir den Hals umdrehen konnte. Allerdings musste er sich dafür sowieso hinten anstellen. Ich hatte vorhin ein paar männliche Egos mit meinen überlegenen Rennfahrerkünsten gebrochen.

Es wurde wohl Zeit, sich auf den Heimweg zu begeben. Momentan kloppten sich der Held meiner feuchten Träume und der Herr der fettigen Haare um Platz zwei und drei. Und ich hatte ehrlich keine Lust, ihnen noch einen Revanche zu geben. Nach 20 Wiederholungen eines Rennens war auch mein Bedarf an qualmenden Reifen gedeckt. Magnus Stian hatte sich vor einer ganzen Weile schon verzogen. Seine Laune war allerdings auch unterirdisch gewesen. Mal wieder…

Ob er schwanger war?

Bei den Stimmungsschwankungen…

Obwohl, den wollte keiner befruchten.

Okay, okay…

Wollte doch.

Er bekam ja schon Fanpost. Dem waren vorhin im Foyer doch echt schon Nachrichten zugesteckt worden.

Ich zitiere…
„To that blond god with blue eyes… Can I be your candy? xxTinaxx”
Echt wahr.

Die Welt ist so ein finsteres Loch und die Menschheit, bis auf natürlich wenige rühmliche Ausnahmen, extrem niveaulos. 

Die norwegischen Springerchen waren alle sowieso viel zu viel mit ihren kleinen Autos beschäftigt, die sie um Sessel, Tische und Säulen flitzen ließen, als das sie hier großartig pimpern konnten.

Ich beschloss, dass eine große Verabschiedung nicht notwendig war. Ich nickte noch Mika zu, der mit dem Herrn hinter der Rezeption sprach und machte mich dann auf den Heimweg.

Draußen dämmerte es. Die Hitze des Tages war vergangen und hatte Platz für einen angenehmen, lauschigen Sommerabend gemacht. Da machte so ein kleiner Spaziergang doch richtig Spaß. Eigentlich musste hier doch auch so ein Rundwanderweg hergehen.

Ah ja, da vorne ging er ja schon ab.

Ich kramte meinen I-Pod hervor und genoss die Klänge aus dem Soundtrack zu „Die Rückkehr des Königs“, während ich die würzige Waldluft einatmete. Ja, das war Urlaub.

Zwanzig Minuten und ca. 532 Tannen später…


Jetzt wusste ich, warum das Schwarzwald hieß. Mensch, warum war das auf einmal so fix dunkel geworden?

Und überhaupt.

Warum konnte man mit so einem Handy telefonieren, fotografieren, navigieren und was weiß ich, wenn man noch nicht mal eine Taschenlampe dabei hatte und die im tiefsten Schwarzwald auch irgendwie nicht den meisten Empfang aufwiesen?

Toll, soviel zum Post-Gutenberg-Zeitalter oder so.

Irgendwie war das unheimlich.

Hatte da nicht was geknackt?

Gab es im Schwarzwald eigentlich Wölfe?

Oder hatte Bruno einen Bruder gehabt, der durch den Black Forrest streifte? Ich meine, noch so ein Problembär…

Fragen über Fragen.

Vielleicht war es mal an der Zeit, eine Runde zu joggen.

Eine weitere Viertelstunde später…

Äh ja, ich hatte nicht die geringste Ahnung, wo ich mich eigentlich befand.

Im Dunkeln sah man die Wegmarkierungen auch so schlecht.

Und ach ja…

Hallo Panik übrigens.

HILFE!

Ich bin ein Kreischie, holt mich hier aus!

Noch weitere fünf Minuten später…

Hatte vielleicht jemand ein paar Brotkrumen für mich? Oder einen Hänsel? Es war hier gerade so geringfügig einsam.

Drei Sekunden später…

Hiiiilfe…

Okay, ich war eine Frau, ich hatte Survival-Shows im Fernsehen geguckt. Ich würde das hinbekommen. Wenn MacGyver aus einem Kleiderbügel, einem Zahnstocher und einem Kaugummi eine Bombe basteln konnte, dann würde ich auch aus diesem Wald finden.

Äh, hatte da gerade was geknurrt.

Oh mein Gott!

Wölfe!

Zwei Minuten später….

Okay, okay…

Ich hatte mich gerade geringfügig zum Honk gemacht. Der Wolf war ein Mops gewesen und der wurde von einer freundlichen ältern Dame spazieren geführt.

Aber hey, so Möpse können saufies beißen. Denk’ ich, wenn sie mal mit den Hängebäckchen ihr Mäulchen aufkriegen.

Auf alle Fälle kam heraus, dass ich mich doch noch in der Nähe der Zivilisation befand beziehungsweise in der Nähe des Ortes. Die Dame leuchtete mir sogar mit ihrer Taschenlampe den Weg und so kam ich doch noch Wohlbehalten aus dem Wald herausfinden.

Ich muss doch mal meine Panik und meine Paranoia in den Griff bekommen.

23.45 Uhr

Ferienwohnung.

Müde quälte ich mich durch unser rosa Treppenhaus nach oben. Vermutlich war sowieso kein Mensch da…

Eine Annahme, mit der ich komplett falsch gewickelt war.

Marc und Stefan hockten mit ein paar Damen, die mir unbekannt waren, in unserem Wohnzimmer und sahen sich Filme an.

Ich rieb mir die Augen.

Das konnte jetzt nicht war sein…

Und wo konnte ich bitteschön mein müdes Haupt betten?

Nein, Dana…

Ganz ruhig.

Nicht schreien.

Es war warm, wir hatten einen Balkon und draußen funkelten die Sterne.

0.23 Uhr
Balkon neben den Geranien.

Drinnen erklang lautes Gelächter, während ich in den Sternenhimmel starrte. Ich hatte mir aus Decken und Kissen ein doch einigermaßen bequemes Lager gebaut.

Oh, da vorne war der kleine Wagen.

Seufzend drehe ich mich auf die Seite.

Mist, ich konnte nicht schlafen…

Hm, dann konnte ich eigentlich noch mal kurz bei meinem Blog vorbeischauen.

Shooting_skis: Hey, abhauen zählt nicht!

mumsbamse: Du warst doch auf einmal weg! Und hallo erst mal.

Shooting_skis: Hallo. Ich musste mit meinem Trainer telefonieren. Für mich geht’s nach diesem Intermezzo schließlich noch weiter nach Oberhof.

mumsbamse: Also ob du irgendwo gewinnst.

Shootings_skis: ich möchte mich ja jetzt nicht selbst beweihräuchern, aber du weißt schon, dass ich den Weltcup in der letzten Saison auf Platz drei abgeschlossen habe?

mumsbamse: Weil du vermutlich  beim Zielen auf die komischen Scheiben den anderen immer in den Hinter geschossen hast und das Starterfeld nur noch aus drei Leuten bestand.

Shooting_skis: …

mumsbamse: Habe ich Recht?

Shooting_skis invites grinchy_oops to chat.

Grinchy_oops: Mensch Dana, Tomtom und Björnnis fahren immer noch um die Wette!

Mumsbamse: Ja und? Nehmt ihnen die Fernsteuerungen weg.

Shooting_skis: Wenn ich noch lange diese quietschenden Geräusche ertragen muss…

mumsbamse: Ölt doch die komischen Autos.

Grinchy_oops: Wer spricht hier von Autos.

mumsbamse: na, weil du von quietschenden Geräuschen sprichst…

Shooting_skis: Quatsch, unser Nebenzimmer hat Besuch.

mumsbamse: ups…

Shooting_skies: ja, ups.

mumsbamse: Tja, ich liege hier lauschig unter dem Sternenhimmel, atme den Duft von Blumen ein…

grinchy_oops: Hä?

mumsbamse: Stefan und Marc haben auch Besuch…

Shooting_skis: Ist hier was im Wasser? Das ist ja nicht mehr normal.

Grinchy_oops: Diese Worte… Aus deinem Mund. Ich bin sprachlos.

mumsbamse: *wirr*

Grinchy_oops: Tja, Danalein, du musst wissen, dass der gute Magnus Stian den Ruf genießt…

Shooting_skis: Halt die Klappe!

Grinchy_oops: Wo war ich, bevor ich so rüde unterbrochen wurde? Ach ja, den Ruf genießt, mehr seiner Fans glücklich gemacht zu haben als unser guter Bjørn Einar.

mumsbamse: Echt jetzt?

Shooting_skis: Siggen!

mumsbamse: KLAPPE, du schießende Latte. *kicher*

Grinchy_oops: *GRÖL*

Shooting_skis: Danaleinchen… Wo liegt eure Ferienwohnung noch mal?

mumsbamse: :P

Grinchy_oops: So, ich geh’ schlafen.

Shooting_skis: Yo.
mumsbamse: *off*

Zwanzig Minuten später. Immer noch links von den Geranien.

Ich hatte mich tief in meine Decken und Kissen gekuschelt und war kurz vorm Einschlafen, als die Balkontür ging. Müde öffnete ich ein Auge. „Stefan, ich will schlafen…“

„Na, ich doch auch.“

„Magnus Stian?“ Ruckartig setzte ich mich auf.

Es war zu dunkel, als dass ich seinen Gesichtausdruck vernünftig hätte erkennen können. Aber ich wette, dass ein fieses Grinsen seine dekorative Fassade zierte.

Missmutig zog ich meine Decke über den Kopf. Vielleicht verschwand diese böse Erscheinung dann wieder.

Stattdessen streckte er sich neben mir aus und zupfte an meiner Decke.

„Wer hat dich überhaupt reingelassen?“, murrte ich.

„Stefan war so nett.“

„Wenn ich jetzt höflich sage: ’Verschwinde’. Machst du das dann?“

„Nö.“

„Toll, du bist wie die Pest, rattus norvegicus (Anmerkung Miki: Sorry, passte gerade so gut…. *schäm*)! Dann gestatte, dass ich mich in Morpheus’ Arme begebe.“

„Von mir aus.“ Er klaute sich eines meiner Kissen.

„Übrigens hat Sigurd übertrieben“, kam es nach einer Weile.

„Hm?“

„Ja.“

„Fein.“ Ich gähnte demonstrativ.

„Gute Nacht.“

„Gute Nacht.“

Inzwischen zupfte er wieder an meiner Decke.

„Hey… Was… Wo packst du deine Hände hin? Was zum Geier wird das?“

„So ist’s gut.“ Magnus Stian hatte seine Patscheärmchen um meine Mitte geschlungen. „Schlaf gut, Dana.“ Er pustete mir ins Ohr. Ich lag da, steif wie ein Brett, und wusste nicht, was ich davon halten sollte.

 

28.2.10 12:12
 


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